Kierán Meinhardt (* 1999) programmiert, philosophiert und versifiziert. Er studiert lange gestorbene Sprachen, liest lange gestorbene Dichter, schreibt lange gestorbene Formen.

Meteōra. Welten schauen. Eintauchen, ohne unterzugehen. Dabei, und doch darüber sein. Wissen, ohne zu wollen. Auf einer wiese liegend, im mondschein, die sterne spüren, kalt und schön und allein. Feuersonnen ziehen vorbei. Von stürmen verschont, von wellen umspült gleiten, unberührt, ungestört. Bewundern, ohne zu sehen. Bestaunen, ohne zu fühlen. Und alles wirkt vollendet. Alles lodert und brennt. Welten zerfallen, formieren sich neu, stürzen erneut in die endlose leere. All das im trauernden sternenlicht. Und schon scheint das schauspiel nicht mehr mächtig und mitreißend; schon ist alles nur noch schön. Ein vergänglicher, betörender augenblick, der einem aufzubürden versucht, ihn festzuhalten. Schön und sinnlos; ein schritt von millionen auf dem weg, der zum sinn führt oder doch von ihm weg.

Ester Schukajlow-Wasjutinski